Hach, was waren das für tolle zwei Tage. Da schreibt man ein wenig was auf Twitter, schreibt dabei leider etwas Mist, entschuldigt sich dafür innem Blog und schon is alles im Sack.
Das Posting da unten fass ich nicht nochmal zusammen, wer diesen Eintrag hier ließt, ließt ihn eh nur, weil er durch den anderen diesen Blog gefunden hat.
So viele Dinge, die ich schreiben möchte, so wenig Plan wie ich das gescheit zusammenbaue. Ich hangel mich mal einfach so durch. Also, auf gehts.
Ich setzte meinen Blog-Eintrag von unten auf Twitter. Und ging dann schlafen. Am nächsten Tag gar nicht mehr so groß dran gedacht, keine eMails abgerufen, nur zum morgendlichen Kaffee meine Standard-Bookmarks aufgerissen. Und da, oha, bildblog, 6vor9, ich steh drin. Hoppala. Wie auch immer die davon Wind bekommen haben. Mein erster Gedanke ging in die Richtung “einfach nur krass”, ob ich mich jetzt freuen sollte oder nicht wusste ich nicht so wirklich. Also mal bei twitter schauen – hoppala, auch da gab es den einen oder anderen re-tweet.
Nun gut, bisher war mein “Blog” (schon frech, eine so sinnlose Verschwendung von kostenlosem Webspace als solchen zu bezeichnen) ja eher nur ne Müllablagestelle für fix ma ne Grafik speichern oder so gedacht, jetzt schossen die Besucherzahlen in die Höhe. und wie immer, wenn irgendwas mal schnell irgendwo nen Hype bekommt, die Reaktionen waren sagen wir mal “durchwachsen”:
Zuerst waren da mal die Medienkritiker. Von bildblog direkt rübergeschoben stürzten sie sich auf neues Futter, dass irgendeine Zeitung nen ordentlichen #fail rausgehauen haben könnte. Reaktionen an sich durchweg gelassen, teilweise aufmunternd, teilweise mit Ratschlägen bestückt.
Die eher nicht so tollen Reaktionen waren die, die mich erst mal beschimpfen mussten. Ich verzichte an dieser Stelle mal auf Zitate, ich denke es reicht zu sagen, dass diese Damen und Herren die Sache offensichtlich viel zu ernst nahmen.
Nen kleinen Teil kann man als “die Kranken” abstempeln. Twitter als Kommunikation reichte ihnen nicht. Also schnell mal diesen komischen Nick da in google reingehauen, mein ESL-Profil gefunden und da Gas gegeben. Das fand ich dann nicht mehr ganz so lustig, immerhin ist da auch nen Foto von mir drauf.
Die letze Gruppe waren die, die alles ganz genau haben wollten. In welcher Microsekunde stand noch mal was genau bei wem und warum und Screen-or-didn’t-happen und bla bla bla.
Wenn der Bildreporter die falsche Angabe im Liveticker nicht mehr wiederfindet und nachfragt kann ich das ja schon noch verstehen. Die kaputten Fassaden in der Weender sollte er definitiv finden – noch ne Falschmeldung von mir – kommt ich gleich zu.
Das ganze wurd mir auf jeden Fall irgendwie zu groß. Als schließlich noch nen Radio wegen nem Interview anfragte fragte ich mich dann echt, muss das denn alles sein? Alles was ich wollte war, mich für die Falschmeldung entschuldigen und ein wenig zeigen, wie krank das inzwischen im Internet mit Informationen abgeht. Da waren dutzende Vermutungen, Gerüchte und falsche Angaben im Umlauf, nur ich musste der einzige Depp sein, der da noch einen nachschiebt. Nicht aus dem Bestreben nach Internet-Ruhm (hahahaha) was mir teilweise vorgeworfen wurde, sondern einfach wegen dem schlechten Gewissen, da abends was falsches rausgehaun zu haben.
Ja, ich habe an dem Abend zweimal gefailt. Der erste Tweet mit ner Falschinfo die ich per Telefon erhalten hatte war der mit der abgefallenen Fassade da in der Weender. Da hab ich mal gearbeitet bzw. gewohnt. Die Dame die da jetzt wohnt ist gerade schwanger und hat auf die Evakuierung verzichtet. Klar, dass man da mal anruft. Die Geschichte die sie mir unter Tränen berichtete trug ich weiter. Für all die “Das glaub ich erst, wenn ich es mit eigenen Augen sehe”-Leute: Hier stehts bei bild.de – immerhin noch mit einem “soll”, dafür is da gleich alles zusammengestürzt, n-tv hat im Ticker auf den Konjunktiv verzichtet. Dort hieß es nur “Fassaden eingestürzt”, gleich noch inner Mehrzahl, soso.
Warum ich da nicht drauf eingegangen bin? Die Gas-Geschichte hatte wesentlich mehr re-tweets und war daher “bekannter”, im Prinzip war es aber egal.
Die Frage für mich heute war nur – was mache ich denn jetzt nun? Ich hab mich für den bequemsten Weg entschieden.
Ich formuliere es mal so, dass die ganzen Flamer und Schimpfer einfach nur kopieren müssen: Alter, jetzt haut der ab. Gerade wenns etwas härter wird und nur noch Fakten zählen geht dem der Arsch auf Grundeis. So eine #Pussy. Hab ich ja gleich gesagt, dass das alles ne ganz billige Geschichte war. Das war eh alles Fake. Sowas krankes existiert in unserer elitären Twitter-Gesellschaft nicht. Wir sind das Internet, mit solchen Möchtegerns werden wir immer fertig werden.
Und ich formuliere es mal so, wie es sich gerade in meinem Kopf anhört: Ich habe keine Lust, dass ich mehr Flame- als Spam-Mails bekomme. ich habe keine Lust mich für eine Entschuldigung rechtfertigen zu müssen. In ein paar Tagen interessiert es eh keine Sau mehr und meine Besucherzahlen hier sind wieder da wo sie sein sollten – im Keller.
Jetzt muss ich nur noch rausfinden, wie man bei Twitter kündigt. Ich denke mal Client deinstallieren und das Wort “twitter” in meine Spamliste einbauen sollte es tun.
rhinegehaun!
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