Ah so, mal wieder eine Bombe in Göttingen gefunden. Nachdem ja letzte Woche schon relativ spontan Freunde bei uns eingefallen sind und mitteilten sie wäre soeben evakuiert worden, sollte das ganze heute nochmal geschehen. Erst letzte Woche wurde auf dem Schützenplatz hier in Göttingen eine Bombe aus dem zweiten Weltkrieg entschärft, bei der anschließenden Suche nach weiteren Bomben wurde man fündig.
Ich fing also heute Mittag an, ein wenig im Internet zu schauen, da sich erst dann rausstellen sollte, ob es sich um eine entsprechende Bombe handelte. Hier stieß ich also auf twitter, kannte ich bisher nur als eine dieser seltsamen Modeerscheinungen des Netzes, aber hier schien es ganz sinnvoll zu sein. Minütlich gab es hier Updates vom Göttinger Tageblatt, da dachte ich, dies sei eine sinnvolle Methode, dem ganzen Spektakel zu folgen. Natürlich erstellte ich mir auch gleich einen Account, für sowas hat man ja ne Spam-eMailadresse.
Also gleich mal ausprobieren den Kram, und siehe da, ich lernte schnell wie das mit den ganzen #Tags und @Direktnachrichten funktionierte. Als dann klar wurde, dass heute wieder evakuiert werden würde und wir auch den Besuch von letzter Woche erneut erwarten würden, lies ich meinen Rechner also laufen, so würde ich schnell wissen, wann wir denn unser nächtliches Sit-In beenden könnten.
So saßen wir also gemütlich beisammen als dann ein riesiger Rums unsere Ohren erschütterte. Na guck ma, da hab ich doch twitter… Die Meldungen überschlugen sich, zig Leute berichteten das selbe, zitierten sich gegenseitig, innerhalb weniger Sekunden war eine Meldung quasi verzehnfacht.
So wurde uns schnell klar was passiert war und wir nutzen unsere weiteren Hightech-Spielzeuge indem wir erstmal Oma, Opa, Mama, Papa, Schwester und den ganzen Rest anriefen. Dann passierte das, was ich nie gedacht hätte. Die gerade eingefallene Freundin hatte mit ihrem Bruder telefoniert, praktischerweise war dieser in der freiwilligen Feuerwehr Göttingen. Der meinte wohl zu ihr, der laute Knall sei gar nicht die Bombe gewesen, da sei eine Gasleitung hochgegangen. Nun gut, dachte ich mir, Feuerwehr ist ne ganz gute Quelle, das hauste doch mal auf twitter. Großer Fehler! Meine Meldung, dass es sich bei der Explosion nicht um die #goebombe handeln würde, wurde gleich mal von 20 Leuten ge-re-tweeted (oder wie auch immer). Gleichzeitig kamen direkt Meldungen, dass noch nicht eine größere Zeitung Infos hätte, was denn jetzt genau passiert sei.
Nun, diese Zeitungen holten sich ihre Infos – von twitter. So dauerte es auch nicht lange, und auf der Internetpräsenz von der Zeitung mit den großen Buchstaben stand was von einer Gasexplosion. Da stand dann nur, dass man sich auf “Medien” berufen würde (Bild halt). Keine Nachfrage bei mir, wie ich denn zu den Infos kommen würde. Und an all diesen Tweets stand mein Name dran. Und andere Medien griffen das dann auch noch auf. Höchst unangenehm. Also schnell den Tweet wieder gelöscht, aber da war es halt schon zu spät. Mit zig Re-Tweets und ner Zeile auf bild.de war das Gerücht im Umlauf, und alle hatten sie im Prinzip nur die eine höchst fragwürdige Quelle: mich – der es auch nur von dem Bruder ner Bekannten erfahren hatte, und das nicht mal persönlich. Schon peinlich irgendwie, denn wie sich dann doch herausstellte, war es halt doch die Bombe, die da gerade detoniert war.
Jetzt langsam legt sich die Aufregung wieder, Straßensperren werden abgebaut und die Infos kommen von verlässlichen Quellen, sprich von Leuten, die sich mit sowas auskennen. Und dennoch bleiben die Spuren vorhanden.
“In Göttingen kursierende Gerüchte, eine Gasleitung sei explodiert, bestätigte er nicht. In einiger Entfernung zum Bombenfundort verlaufe zwar eine größere Gasleitung. Nach Angaben der Stadtwerke habe es aber keinen Druckabfall gegeben, so dass eine Gasexplosion auszuschließen sei.”
Sowas kann ich dann auf zdf.de nachlesen und ich denke mir: Na toll, da haben sich also inmitten der ganzen Aufregung auch noch Leute von den Stadtwerken aufmachen müssen und irgendwie ihren ganzen Krams checken müssen. Journalisten mussten die wahrscheinlich eh schon im Stress befindlichen Einsatzkräfte mit irgendwelchen belanglosen Dingen über eine eventuelle Gasexplosion nerven. Und das nur, weil ich dachte, ich könnt auch mal was auf twitter posten, was eventuell etwas Klarheit bringt. Falsch gedacht.
Ich denke ich poste so schnell nix mehr auf twitter. Am sinnvollsten wäre es, ich würde meinen neuen Account da direkt löschen. Ich könnt was schreiben über Medien, die sich wie ein Wolf auf alles neue stürzen, ohne sich die Quelle genauer anzuschauen. Aber das sollen lieber die Jungs vom bildblog machen, wobei das für die wahrscheinlich nicht mal was neues oder erwähnenswertes ist.
Wenn demnächst mal wieder was passiert, dann lese ich das lieber am nächsten Tag irgendwo gescheit, selbst Nachrichten schreiben ist doch gefährlicher, als man denkt.
Hhm, du magst da tatsächlich einige Leute reingelegt haben, aber für mich waren diese Tweets klar als Fake erkennbar. Ich habe ihnen daher keine besondere Relevanz beigemessen.
Du bist nicht der Erste und wirst nicht der Letzte sein, der solche Aktionen abzieht. Mittlerweile habe ich schon ein gewisses Gespür dafür entwickelt, und in diesem Fall habe ich mir nicht mal die Mühe gemacht, deinen Account zu checken. Es ist natürlich schon traurig, daß die etablierten Medien immer noch auf diesen Quatsch reinfallen, weil sie Angst haben, etwas zu verpassen und nicht schnell genug zu sein.
Deiner Schlußfolgerung kann ich nur bedingt zustimmen. Twitter ist nicht per se unzuverlässig. Es gibt schon einige Möglichkeiten, den Wahrheitsgehalt von Meldungen zu bewerten. Wenn man diese allerdings nicht anwendet, muß man natürlich mit dem Hohn und Spott leben, wenn man einer Ente aufgesessen ist.
Von: princo am 02.06.2010
um 01:42
Tja, lesen sollte man den Text halt schon. Ich war kein Fake, auch wollte ich niemanden reinlegen.
Von: derausmwaldkam am 02.06.2010
um 02:21
Nein, natürlich bist du kein Fake:
1. Twitter-Account wurde am Tag des Geschehens angelegt. Ist nicht schlimm, aber deine Credibility bringt das auch nicht nach oben.
2. Du hast sogar ZWEI falsche Meldungen verbreitet (Einsturz der Fassaden)
Mag sein, daß du zum Zeitpunkt der Veröffentlichung selbst den Wahrheitsgehalt nicht einschätzen konntest, aber für mich waren beide diesbezgl. Meldungen nicht glaubhaft, und wurden daher auch nicht weiter beachtet.
Von: princo am 02.06.2010
um 09:32
Besser spät gelernt als nie
Ich fand es vor allem interessant, dass dein Tweet noch ge-retweeted wurde, NACHDEM offiziell bestätigt war (und das war viel öfter zu lesen), dass es die Bombe war. Manche Leute sind auch einfach zu dämlich…
Von: Gesch am 02.06.2010
um 02:10
Ja, ich dachte auch: Twitter is nur was für tratschende kleine Mädchen. Bis heute, da fand ich evakuierterweise ständig neue Meldungen.
Von dir ist doch auch:
“mit bekannter in weender landstraße telefoniert, 2 häuser weiter is ne fassade runtergekommen… #goebombe”
und auf Nachfrage:
“@xxx: gegenüber vom gallus park”
Da ich in der Ecke wohne ging mir ma direkt der Arsch auf Grundeis und ich folgte deinem Getwitter, ich hing sozusagen an deinen virtullen Lippen…
Also dann noch n-tv twitterte…öhm… Laufschriftete: “Fassaden eingefallen” (oder so)
Wo hatten die das denn her?
Jetzt bin ich jedenfalls endlich wieder daheim und nach sorgfältigem Nachzählen fand ich erleichtert noch alle 4 Wänder meiner naja… 4 Wände vor.
Selbst das Stadtradio sagt:
“Unser Reporter hat keine zerstörten Hausfassaden gefunden und geht jetzt auch ins Bett. …”
Ganz sicher: Twitter is nur was für tratschende kleine Mädchen.
Gruß,
xor
Von: xor am 02.06.2010
um 02:22
[...] This post was mentioned on Twitter by Jan Frederik Wienken, Martin Lorentz. Martin Lorentz said: RT @daswaldi: Wie ich auf twitter mit einer Falschmeldung zur #goebombe für Verwirrung sorgte http://bit.ly/bYrMtl [...]
Von: Tweets that mention Wie ich auf twitter mit einer Falschmeldung für Verwirrung sorgte « derausmwaldkam -- Topsy.com am 02.06.2010
um 03:21
Wie süß, dass meine Vorschreiber was von “klar als Fake erkennbar” und “solche Aktionen durchziehen” schreiben. Das impliziert direkt so herrlich, dass es Absicht war, dabei erinnere ich mich noch genau: Da erschien nicht nur dein Tweet “blablabla Gasleitung”, sondern direkt anschließend daran kam ein “blablabla Quelle nicht sicher, nur ein Bekannter” – das war eine bessere Vorgehensweise, als man sie normalerweise bei Twitter sieht, wo Informationen ohne jegliche Angabe, woher sie kommen, in den Raum geworfen werden.
Von: Hannah am 02.06.2010
um 06:00
mach dich nicht verrückt.. gestern überschlugen sich die meldungen und das ihr fehlinformiert wurdet ist nun einmal in dem moment pech… ich erinner mich sogar an die nachricht und es stand doch auch drin das ihr die info von einem bekannten hatten und somit nicht direkt vor ort seid. (?)
das die medien das ungeprüft aufnehmen ist ja nicht das erste mal.. bei jedem größeren ereignis wühlen die sich durch twitter und saugen sich die infos ohne auf sie auf ihren wahrheitsgehalt zu prüfen…
beim eurovision songcontest kam es sogar vor das peter urban buchstabengetreu tweets zitierte^^
ihr habt es gut gemeint und das ist der entscheidene faktor.
ps: princo… durchblick… you haz it… not! ^_^
Von: MissDazee am 02.06.2010
um 06:45
[...] berichtet darüber, wie sein Gerücht auf Twitter im Zusammenhang mit dem Hochgehen einer Bombe in Göttingen [...]
Von: Guten Morgen | Too much information :: toomuchinformation.de am 02.06.2010
um 07:21
Danke für deine kritische Auslassung.
Ich habe mich gestern abend ziemlich über diese offensichtlich völlig ungesicherten Meldungen geärgert. Eine andere vermutlich falsche Meldung war ja die Sache mit den Fassaden in der Weender Landstraße.
Ich bin kein twitterer, fand es gestern abend aber hilfreich, recht schnell die eigene Vermutung bestätigt zu bekommen, dass der Knall die Bombe war. Ob Twitter als Krisen-Informationsmedium taugt, bezweifele ich aber schon.
btw. ich bezweifele, dass eine Gasleitung überhaupt mit einem Knall explodieren kann. Da fhelt einfach der Sauerstoff.
Von: toby am 02.06.2010
um 07:51
Das alte Prinzip -nur weil etwas 100x wiederholt wird ist es lange nicht wahr – gilt auch für Twitter. Ich hatte schon mal eine ähnliche – wenn auch nicht so dramatische – Erfahrung.
Da zeigt sich: Twitter ist kein Ersatz für gut gemachten Journalismus.
Von: Michael am 02.06.2010
um 08:10
Das Problem ist, dass man aufgrund von Twitter, Facebook, WKW, etc. süchtig nach Nachrichten wird! Und zwar minütlich, sekündlich, nanosekündlich! Wenn du schon in Kassel wohnst, wäre es wohl am sinnvollsten gewesen, die Kiste runterzufahren und per pedes mal eben bis zu den Absperrungen, um die Bullen zu fragen – oder die, die die Bullen gefragt haben! So machte man das früher und so wird man das auch noch machen, wenn wir wieder auf Bäumen sitzen! Aber schön, dass du es so ausführlich erklärt hast und daraus deine eigenen Schlüsse gezogen hast.
Von: tjaaa am 02.06.2010
um 08:12
Das Traurige daran ist eigentlich, dass das, was Du beschreibst, völlig unabhängig von Twitter, jeden Tag passiert. Da reicht ein guter PR-Mann, der gezielt einen guten Kontakt exklusiv über etwas informiert. Die Zeitung muss abwägen zwischen “Ich werde das genau nachrecherchieren” und “Ich darf nicht warten, bis es andere auch schon haben.” Die meisten entscheiden sich für Letzteres. Und schn stehts online. Die anderen Zeitungen, Newsportale lesen das und wollen natürlich auch schnell sein, also wird da mal ganz schnell die erste Zeitung zitiert. Und schon haben die nächsten Zeitungen ja schöne Quellen, auf die sie sich berufen können: die Nachrichtenagenturen, andere Zeitungen usw. Einige etwas sorgfältigere Journalisten rufen dann vielleicht noch zu Ihrer Sicherheit Ihren Kontakt an, der sich mit dem Thema auskennt, womöglich den PR-Mann, welcher die Meldung natürlich bestätigt. Tadaaaa. Und schon kommts in der Tagesschau.
Also ob mit oder ohne Twitter. Das ist der journalistische Alltag auf unserer Welt. Und unter diesen Vorzeichen, sollte man jede noch so seriös wirkende Zeitung oder Nachrichtensendung konsumieren.
Glaubwürdigkeit und Wahrheit sind zwei verschiedene Dinge.
Von: nichtstefanraab am 02.06.2010
um 08:17
Eine gute und ehrliche Analyse, was alles falsch laufen kann, wenn Twitter von etablierten Medien ohne Gegenrecherche genutzt werden kann. Danke!
Von: malteherwig am 02.06.2010
um 08:49
Schick, schick – was doch so alles möglich ist, womit man garnicht gerechnet hat
Ich schau mir eig generell nur die Websites größrere Zeitungen an. Auf Twitter such ich nie nach einem solchen Ereignis. Evtl. auch gut so!! xD
Von: Robin Kluth am 02.06.2010
um 08:51
Das zeigt wieder einmal die Kompetenz und die Glaubwürdigkeit der “Qualitätsmedien” sie stützen sich auf Medien, die sie nicht verstehen. Die frage ist ob das ein Twitterproblem ist – es funktioniert doch mit Blogs genauso – bloß in abgeschwächter Form.
Von: Ubahnverleih am 02.06.2010
um 08:59
Ärgerliche und gleichzeitig faszinierende Geschichte, ohne Frage. Aber deine Schlussfolgerung: och, ich bitte dich! Die ganze Sache sagt doch eher etwas über die klassischen Medien aus als über das Medium Twitter. Solange Bedarf an exklusiven Meldungen besteht, werden Zeitungen wie die Bild Enten produzieren. Dafür brauchen die kein Twitter. Und: es ist ja nun nicht die Regel, dass Twittergerüchte so aufgeblasen werden. Sonst würde Geschichten wie dieser nicht soviel Aufmerksamkeit zuteil. Also: bleib bei Twitter, schreibe, was du schreiben möchtest und mach dir nicht so ‘n Kopf. Dann kann Twitter nämlich auch unglaublich viel Spaß machen.
Von: Quengelexemplar am 02.06.2010
um 09:00
Dass princo schreibt, der Tweet wäre ein Fake, um Leute reinzulegen, zeigt mal wieder sehr schön, wie sich Gerüchte ausbreiten, um weitere Gerüchte erweitert werden und schließlich bei der BILD landen, um als große Nachricht zu erscheinen. Man überfliegt einen Text, versteht ihn nicht, weil man vielleicht gerade den Kopf im Trockner stecken hat, aber, gibt aber dennoch einen sinnfreien Kommentar ab, weil man das Netz und seine Prinzipien kritisieren will und schon ist es zu spät. Traurig.
Von: gabriel am 02.06.2010
um 09:39
[...] die BILD-Zeitung einem Tweet aufsaß, der versehentlich eine (allerdings dramatische) Falschinformation enthielt, ist im Kontext des Social-Media-Bashing von neulich äußerst amüsant. [...]
Von: Volker König » Blog Archiv » Die da in den Social Media am 02.06.2010
um 10:14
Ehrlicher und sehr guter Bericht. Finde es völlig nachvollziehbar, dass du das mit der Gasleitung getwittert hast. Auch ich hatte einen Retweet davon in meiner Timeline gestern Abend und fand die Erklärung logischer als eine Detonation der Bombe (passiert doch nichts, sind doch alle längst nicht mehr funktionstüchtig; so kann man sich irren).
Allerdings bin ich nicht davon ausgegangen, dass die Meldung automatisch stimmt. Stattdessen habe ich bei den großen Medien geguckt und fand – nichts. Keine Erwähnung des missglückten Entschärfungsversuchs. (Außer natürlich beim Göttinger Tageblatt.)
Traurig ist, dass wieder ein paar Medien die Meldung ungeprüft übernommen haben. Ähnliches ist ja auch beim Amoklauf von Winnenden passiert. So schwindet leider langsam der letzte Rest Vertrauen in die Presse.
Ich bin der Ansicht, dass man durchaus Nachrichten selber verbreiten kann. So hat @haekelschwein gestern auch über die Explosion berichtet. Wichtig ist es, Quellen zu nennen und Vermutungen als solche zu kennzeichnen. Beispielsweise, indem man mit der Sprache arbeitet (anscheinend, angeblich, wird vermutet…).
Twittern solltest du deswegen nicht aufgeben; es macht so viel Spaß!
Von: Sabine am 02.06.2010
um 10:39
[...] [...]
Von: Anonym am 02.06.2010
um 11:11
Mit dem Begrff “Fake” habe ich mich anscheinend unglücklich ausgedrückt, da er als Synonym für eine bewusste Falschinformation steht.
Bei solchen Ereignissen gibt es leider immer wieder Leute, welche sich einen Spaß daraus machen, irreführende und falsche Informationen zu verbreiten. Dazu kommen noch die, die nur “gehörtes” weitertragen (was manchmal ein durchaus ein brauchbarer Hinweis sein kann). Die Unterschiede sind aber kaum auszumachen, besonders wenn die Tweets nur so einstürmen.
Wirklich Relevantes wurde bei #goebombe kaum getwittert. Alleine die Tatsache, daß tatsächlich eine Bombe hochgegangen sein muß und daß es dabei Tote gab waren Infos, welche sich zuerst auf Twitter verbreiteten, und man auch auf den öffentlichen Zeitungsportalen der lokalen Redaktionen nachlesen konnte.
Daß es erstmal keine genaueren Informationen gab, war logisch, denn das Gebiet war ja abgesperrt, und die vor Ort befindlichen Kräfte haben ihren Job gemacht, anstatt zu hektisch twittern.
Doch, eine weitere Twitter-Info gab es noch: Nämlich daß die Evakuierung zu diesem Zeitpunkt evtl. noch gar nicht abgeschlossen war.
Das Problem bei solchen Ereignissen ist, daß man da unverhofft hineingerät, und falls man selber dazu twittert, die Informationen mißverständlich sein können, und Korrekturtweets dann oft keine Beachtung mehr finden.
Die Entscheidung darüber, ob man als “vor Ort” Anwesender über das Geschehene live twittert, sollte man den Betroffenen selber überlassen, ich würde es nicht generell ablehnen wollen. Es gibt genug Beispiele, wo das keine schädlichen Auswirkungen hatte.
Twitter ist natürlich keine klassische Nachrichtenquelle, aber es ist oft ein guter Hinweisgeber.
Von: princo am 02.06.2010
um 11:28
[...] “Wie ich auf Twitter mit einer Falschmeldung für Verwirrung sorgte“ Kategorie: Aktuelles, Feuerwehr WeblogTags: Gelesen: 2,656 [...]
Von: [Update] Göttingen: Fliegerbombe bei Entschärfung detoniert : FWnetz – Feuerwehr im Netz am 02.06.2010
um 12:10
Die “Schuld” liegt nicht bei dir, sondern bei den Medien, die Informationen und Daten ungeprüft übernehmen. Klassisches Beispiel für Twitterenten, die sich ueber die Medien verbreiten. Wäre der Anlass nicht so traurig, würde ich jetzt lachen.
Von: Enno am 02.06.2010
um 12:52
[...] Das Ganze Drama beschreibt daswaldi in seinem Blog: Wie ich auf Twitter mit einer Falschmeldung für… Es zeigt recht gut die Gefahren beim Umgang mit dem „Echtzeitmedium“ Twitter auf. [...]
Von: Die Nacht der #GoeBombe « Non-Stop Action am 02.06.2010
um 15:41
schreib’ doch ‘ne rechnung!
.~.
Von: dot tilde dot am 02.06.2010
um 16:17
Eigentlich warte ich auf ein Foto von “Blöd war dabei”.
So ist es mir nämlich mal vor 41 Jahren mit Blöd gegangen. Erst erschleichen die ‘ne Geschichte, – aber wer kann schon erahnen, das die ” tagelang die ganze Nachbarschaft anklingeln (also hätten wir unsere Eltern fermündlich die präparieren müssen), um Informationen zu saugen, dann bringen die auch noch 2 Fotos dazu – aus dem Archiv. Blöd Titelseite war dann: “Queen nimmt deutsches Urlauberpärchen mit”. Aus dem 1-Satz Kommentar meines Vaters am Telefon “da soll mir nochmal jemand sagen, er nehme keine Anhalter mit, selbst die Queen nimmt welche mit” wurde dann bei Blöd: “da soll mir nochmal jemand sagen, er nehme meinen Sohn nicht als Anhalter mit, denn selbst die Queen nimmt ihn mit”… so wird es eben hingebogen.
Von: Schwipp am 02.06.2010
um 16:50
[...] Wie ich auf twitter mit einer Falschmeldung für Verwirrung sorgte [...]
Von: Von Twitter zur Zeitung mit den großen Buchstaben « Anarchieblog am 02.06.2010
um 17:22
Es ist schon schwer in so einer Situation zu abzuwägen was man schreibt. Ich habe die Schwerverletzten getwittert, weil ich die Info von einem Polizisten an einer Absperrung bekommen hatte. Kurz danach bekam ich über zwei Ecken die Info, dass die beide Sprengmeister tot sind. Das war mir zu unsicher, daher habe ich mir den Tweet verkniffen, auch wenn er lange vor der offiziellen Bestätigung kam. Ich finde es wichtig auf Quellen hinzuweisen, Relevanz abzuwägen und halt auch zuverlässig den Konjunktiv zu verwenden wo er angebracht ist.
Von: Thistles am 02.06.2010
um 19:40
[...] Wie ich auf twitter mit einer Falschmeldung für Verwirrung sorgte (derausmwaldkam) Keine Nachfrage bei mir, wie ich denn zu den Infos kommen würde. Und an all diesen Tweets stand mein Name dran. Und andere Medien griffen das dann auch noch auf. Höchst unangenehm. Also schnell den Tweet wieder gelöscht, aber da war es halt schon zu spät. Mit zig Re-Tweets und ner Zeile auf bild.de war das Gerücht im Umlauf, und alle hatten sie im Prinzip nur die eine höchst fragwürdige Quelle: mich (tags: cfischercom) [...]
Von: links for 2010-06-02 « just another weblog am 03.06.2010
um 00:02
sorry dich enttäuschen zu müssen, aber twitter-account löschen geht nicht. kannst ja mal versuchen (einfach noch einen anlegen). dann wieder ‘löschen’. und dann nochmal mit den eben erhaltenen login wieder einloggen (versuchen). da kommt dann die nachricht, ob man seinen account re-aktivieren möchte.
Von: micha am 03.06.2010
um 09:13
[...] Juni 3, 2010 von nadine_delistat Was falsch laufen kann, wenn man soziale Netzwerke wie twitter ohne Gegenrecherche nutzt beschreibt der User „derausmwaldkam“ in seinem Blog. [...]
Von: Die Gefahren des Zwitscherns « am 03.06.2010
um 11:16
[...] Presseschau 03.06.10 Posted on Juni 3, 2010 by combat0r Wie man auf Twitter mit einer Falschmeldung für Verwirrung sorgen kann. derausmwaldkam Blog [...]
Von: Presseschau 03.06.10 | combat0r blog am 03.06.2010
um 14:30
[...] Medien aufgegriffen. Allerdings handelte es sich dabei um eine Falschmeldung, die der Blogger unabsichtlich getwittert hatte. Zwar hat er seinen Eintrag gelöscht, als er von dem Irrtum erfuhr, [...]
Von: Beobachtungen aus KW 22/2010 « Visuelle PR – Die Macht der Bilder am 04.06.2010
um 14:57
[...] Wie ein kurzer Ausflug in die Twitter-Welt schnell endete und trotzdem oft kopiert [...]
Von: Protokoll vom 05. Juni 2010beiTrackback am 05.06.2010
um 16:29
[...] Cologne Commons. Moritz “Mo” Sauer weiß, was auf Konferenz und Festival geht. 18:06 Wie ein kurzer Ausflug in die Twitter-Welt schnell endete und trotzdem oft kopiert wurde. 20:20 Oliver Knapp protestiert [...]
Von: TRB 183: Cologne Commons, Göttinger Bombe, Volkszählung, Flattr, @macmaniacsbeiTrackback am 05.06.2010
um 19:35